18.11.2016 12:39
von Kerstin Zeller

„Interkulturelles Projektmanagement“ - Chinesisch und Fachchinesisch

Aus dem Projektalltag: Experten aus den unterschiedlichen Abteilungen sitzen an einem Tisch. Alle kennen sich und arbeiten am gleichen Standort. Jeder in dieser Runde ist Fachmann auf seinem Gebiet. Da ist die Rede von Strömungen; Return on Investment; Torsionskräfte; Bug Fixing,…

Was hat das mit interkulturellem Projektmanagement zu tun? Mehr, als man auf den ersten Blick meinen möchte! Dies wird spätestens bei der Diskussion um Projektdetails klar. Denn jeder Bereich spricht ganz selbstverständlich sein eigenes Fachchinesisch. Dieser wird - je nach Background der einzelnen Teilnehmer - mal mehr Mal weniger gut von allen verstanden.

Ist das schon interkulturell?

Die Definition des Begriffs lässt unterschiedliche Interpretationen zu. Der Duden beschreibt „interkulturell“ wie folgt: Die Beziehungen zwischen verschiedenen Kulturen betreffend; verschiedene Kulturen umfassend, verbindend. „Kultur“ hingegen wird als die Gesamtheit der von einer bestimmten Gemeinschaft auf einem bestimmten Gebiet während einer bestimmten Epoche geschaffenen, charakteristischen geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen wie zum Beispiele die abendländische Kultur primitive, frühe, verschollene, versunkene Kulturen usw beschrieben.

Die weit verbreitete Meinung, interkulturell sei nur auf andere Ländern bezogen, trifft sicherlich nicht den Kern der Sache. Auch unterschiedliche Fachbereiche haben „Verständigungsschwierigkeiten“ – von den geschlechterspezifischen verbalen Hürden ganz zu schweigen.

Was kann man für die interkulturelle Zusammenarbeit tun?

Die Lösung ist so einfach wie kompliziert. Miteinander, statt übereinander reden! Was „Die“ anders oder vermeintlich komisch machen, muss noch lange nicht falsch sein. Besser wäre es herauszufinden, aus welcher Motivation heraus unterschiedlich gearbeitet wird oder eine andere Auffassung zu ein und dem selben Thema besteht. Der Weg zur Verständigung fängt bei der eigenen Haltung an. „Was ich kenne, das mag ich - was ich nicht kenne, das mag ich auch nicht“! Unbekanntes, nicht dem Mainstream entsprechendes weckt zunächst Misstrauen und sorgt für Unbehagen. Versuchen Sie es stattdessen mit einer gesunden Portion Neugierde!

Dabei sind gerade in den Softskills viele unterschätze Erfolgsfaktoren für eine „interkulturell“ funktionierende Projektarbeit zu finden. Betrachten wir dazu die drei Ebenen in der Zusammenarbeit:

  • fachlich (was soll im Projekt hergestellt, welche Dienstleistung soll erbracht werden?)
    methodisch (Anwenden der Projektmanagementtools im Projekt)
    sozial (wie gehen wir im Projekt miteinander um?)

In den wenigsten Projekten wird konsequent darauf geachtet, die „richtigen“ Menschen im Sinne der sozialen und damit auch interkulturellen Kompetenz in das Projektteam aufzunehmen. Damit werden leider viel zu häufig Potentiale nicht genutzt und Chancen für ein erfolgreich umgesetztes Projekt nicht verwertet. Denn die am schwächsten Ausgeprägte Kompetenz bestimmt den Erfolg des Projektes maßgeblich mit! Projektqualität beschränkt sich eben nicht nur auf das Ergebnis, sondern zeigt sich auch im Entstehungsprozess.

Das „Andere“ ist nicht richtig oder falsch, es ist schlichtweg eine andere Methode, die zum gleichen Ziel führt. Die Schere im Kopf wegzulassen und sich neugierig auf das Unbekannte einzulassen, diesen Ansatz verfolgen wir mit unseren interkulturellen Trainings. Diese reichen von Schnupperabenden bezogen auf Länder und Herangehensweisen in verschiedenen Fachbereichen über spezielle Trainings und Coachings zu spezifischen Themen bis hin zur Begleitung bei Entsendungen. Kontaktieren Sie uns, wir sind neugierig auf Ihre Aufgabenstellung!

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